Kontinuierlich steigende Patient:innenzahlen sowie die damit verbundenen funktionalen und räumlichen Engpässe hatten die Grenzen des Ev. Diakoniekrankenhauses in Freiburg über Jahre belastet. Besonders die Notaufnahme und die Geburtshilfe stießen an ihre Kapazitätsgrenzen. Gemeinsam mit dem erheblichen Sanierungsbedarf im Bestand gab dies den Anstoß für das größte Bauprojekt in der 125-jährigen Geschichte des Krankenhauses.
„Der Erweiterungsbau zeigt, wie anspruchsvoller Gesundheitsbau heute gedacht werden muss: funktional, wirtschaftlich, nutzerorientiert und zugleich mit hoher Aufenthaltsqualität.“
Nicole Oberberger, Geschäftsführerin ATP Karlsruhe
Kurze Wege, klare Abläufe
Das Raumprogramm des sechsgeschossigen Erweiterungsbaus ist auf eine effiziente und patientenorientierte Versorgung ausgerichtet. Die großzügige Zentrale Notaufnahme reagiert mit optimierter Wegeführung und direkter Anbindung an Diagnostik und OP-Bereiche auf die steigenden Anforderungen der Notfallversorgung. Die neue Geburtshilfe wurde von drei auf fünf Kreißsäle erweitert. Durch eine strukturelle Trennung von Warte-, Untersuchungs- und Personalräumen können medizinische Abläufe weitgehend unabhängig vom Besucherfluss stattfinden. In der stationären Pflege ersetzen moderne Ein- und Zweibettzimmer die bisherigen Vierbettzimmer und bieten mehr Privatsphäre und Komfort.
Die architektonische Leitidee folgt dem Ansatz des Healing Environment: eine Umgebung zu schaffen, die aktiv den Genesungsprozess unterstützt und das körperliche sowie seelische Wohlbefinden der Patient:innen stärkt. Warme Farbtöne, ausreichend Tageslichteinfall sowie hochwertige und natürliche Materialien schaffen eine heilungsfördernde Atmosphäre. Klar strukturierte Grundrisse erleichtern die Orientierung, während die durchgängige Barrierefreiheit eine selbstständige Nutzung der Bereiche unterstützt.
Bauen im laufenden Betrieb
Der Erweiterungsbau entstand bei laufendem Krankenhausbetrieb und erforderte über die gesamte Bauzeit eine enge Abstimmung aller Beteiligten. Auch langfristig ist Flügel 4 auf Veränderungen vorbereitet: Die Stahlbetonskelettkonstruktion ermöglicht flexible Grundrisse und schafft die Voraussetzungen für künftige Erweiterungen oder Umnutzungen ohne größere Eingriffe in die Bausubstanz.
ATP Karlsruhe und Frankfurt verantworteten im Auftrag der Obermeyer-Gruppe die Architektur, Ausführungsplanung und Objektüberwachung.